Lettland
Lettland (Latvija) bildet zwischen Estland und Litauen das Zentrum der Baltischen Staaten. Fast so groß wie die Beneluxstaaten zusammen ist Lettland ein Land mit ungewohnter Weite. Die meisten Einwohner Lettlands leben in den Städten, so dass das Land dünn besiedelt ist. Den Besucher erwarten entsprechend unberührte Natur, klare Seen und gut 500 km Ostseeküste. Riga, Hauptstadt von Lettland und alte Hansestadt, ist zugleich die größte Stadt des Baltikums und mit ihrer Altstadt und den vielen Jugendstil-Gebäuden ein Geheimtipp für Fans von Städtereisen. Wer Lettland intensiv erkundet, trifft auf geschichtsträchtige Orte und Städte, verwunschene Dörfer, einsame gelegene Gutshäuser und gastfreundliche Menschen.
Willkommen in Lettland
Lettland im Überblick
Lage:
Lettland liegt an der Ostsee und grenzt im Norden an Estland, im Süden an Litauen, im Osten an die Russische Föderation und im Südosten an Weißrussland.
43% der Landesfläche ist bewaldet. Zur Küste hin ist die Landschaft überwiegend flach. Der östliche Landesteil ist hügelig mit zahlreichen Wäldern und Seen. Es gibt 12.000 Flüsse in Lettland, davon sind nur 17 mehr als 100 km lang. Der größte Fluss ist die Daugava.
Ländername:
Latvijas Republika (Republik Lettland)
Größe des Landes:
64.597 qkm
Hauptstadt:
Riga (z.Zt. 733.000 Einwohner)
Sprache:
Lettisch (alleinige Staatssprache); Russisch weit verbreitet.
Bevölkerung:
Gesamtbevölkerung ca. 2,3 Mio. Einwohner davon ca. 59% Letten; 29% Russen; 4% Weißrussen; 3,5% Ukrainer, 3% Polen; 1,5% Litauer
Religionen/Kirchen:
Evangelisch-lutherische Kirche; Römisch-Katholische Kirche: Russisch-Orthodoxe Kirche: Jüdische Synagogengemeinschaft; Deutsche ev.-luth. Kirche mit 5 Gemeinden.
Staats/Regierungsform:
Parlamentarische Demokratie
Zielgebietsinformationen:
Riga
Lettlands Hauptstadt ist mit mehr als 700.000 Einwohnern nicht nur die größte Stadt Lettlands sondern auch des Baltikums überhaupt. Die Hafen- und ehemalige Hansestadt ist heute eine quirlige Metropole mit einer langen Tradition und einer der schönsten Altstädte Europas. Der mittelalterliche Stadtkern ist der Start jeder Erkundung. Hauptziele jedes Rundgangs sind Domplatz mit dem Rigaer Dom, das Schwedentor, das nach Kriegszerstörungen in den 1990iger Jahren wieder aufgebaute Schwarzhäupterhaus, die Häuser der Großen und der Kleinen Gilde, die mittelalterlichen Gebäude der „Drei Schwestern“, das Rigaer Schloss (heute Regierungssitz) und vieles mehr. Viele Altstadtgassen laden zum Bummeln ein und vom Turm der Petrikirche haben Sie einen herrlichen Panoramablick über die Stadt an der Daugava. Neben der Altstadt sind vor allem die Jugendstilstraßen berühmt. Keine Stadt kann im Verhältnis zu Gesamtbebauung so viele Häuser dieser Stilart vorzeigen. Wobei der Art-Deco-Stil hier seine ganz eigene Handschrift entwickelte. Die bekanntesten Straßen sind die Albertstraße und die Elisabethstraße. Wahre Meisterwerke sind die Bauten des Architekten M. Eisenstein! Unweit der Altstadt, neben den Bahngleisen, liegt der Zentralmarkt, einer der größten Märkte Europas. Die sogenannten „Zeppelinhallen“ tragen ihren Namen völlig zu recht, sind sie doch ehemalige Hangars der berühmten Luftschiffe und wurden, nachdem sie für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr gebraucht wurden, von Liepaja um 1930 hierher gebracht. Planen Sie sich für Riga - das gilt auch für Tallinn und Vilnius - bitte immer mindestens zwei Übernachtungen ein. Wenn Sie können, gern ein wenig mehr!
Aizpute (Hasenpoth)
Die kleine Ortschaft liegt im Südwesten von Kurland (Kurzeme), auf der Strecke Kuldiga - Liepaja. Der kleine Ort gehörte kurzzeitig zur Hanse und war auch schon Bischofssitz. Das Stadtbild ist von alter Holzarchitektur geprägt und auf einem Hügel befinden sich die spärlichen Überreste einer Ordensburg.
Bauska (Bauske)
In Zemgalen, nahe der litauischen Grenze liegt Bauska. Hauptanziehungspunkt ist auch hier die Ruine der Ordensburg, malerisch am Fluss Memele gelegen. Der Stadtkern ist im wesentlichen im 18./19. Jahrhundert entstanden. Vor dem 2.Weltkrieg war Bauska ein Handelszentrum mit einem großen jüdischen Bevölkerungsanteil. Über Bauska führt auch immer der Weg zum Schloss Mezotne mit seinem schönen und gut erhaltenen Landschaftspark.
Cesis (Wenden)
Am nördlichen Rand des Gauja-National-Parks, ca. anderthalb Stunden Autofahrt nordöstlich von Riga, liegt Cesis. Die einstige Hansestadt Wenden lockt mit einer der eindrucksvollsten Burgruinen des Baltikums. Der Schwertbrüderorden baute die Burg hier vor über 800 Jahren! Im nebenan liegenden Schloss ist ein interessantes Museum untergebracht. Auch die sehenswerte Johanneskirche stammt aus dem 14. Jh. . Die Häuser der Altstadt entstammen im Wesentlichen dem 18. und 19. Jahrhundert, das es Kriege, Brände und die Pest nicht gut mit Cesis meinten. Durch Ihre Lage ist Cesis zusammen mit Sigulda eine ideale Basis, um den Gauja-Nationalpark zu erkunden!
Daugavpils (Dünaburg)
Die zweitgrößte Stadt Lettlands liegt an der Daugava (Düna), im südöstlichsten Teil des Landes. Aus touristischer Sicht ist Daugavpils leider nicht so spannend, da der 2.Weltkrieg auch hier verheerende Zerstörungen brachte. Beachtenswert sind die Reste einer Befestigungsanlage, die 1811 zur Absicherung der russischen Westgrenze diente und noch heute von dieser Bedeutung zeugt. Zuvor gehörte Dünaburg zu Polen-Litauen bzw. später Polen. Dieser Situation ist auch geschuldet, das der südöstliche Teil Lettlands katholisch geprägt ist.
Dobele (Doblen)
Südwestlich von Riga liegt das Städtchen Dobele. Das Stadtzentrum ist recht modern, sehenswert ist aber die großflächige Ruine der Ordensburg am Fluss Berze.
Jelgava (Mitau)
Südlich von Riga, nicht weit der litauischen Grenze liegt die Stadt Jelgava. Nach starken Zerstörungen im 2.Weltkrieg gibt es leider kein besonders interessantes Stadtzentrum mehr. Interessant ist ein Besuch dennoch. Hier entstand ab 1738 an der Stelle der einstigen Ordensburg ein eindrucksvolles Barockschloss. Das es in Ausmaßen und Stil dem berühmten und nahen Schloss Rundale nicht nachsteht, liegt auch am gemeinsamen Architekten, dem Petersburger Hofarchitekt Rastrelli. Im Schloss befindet sich heute die agrarwissenschaftliche Fakultät.
Jurmala (Rigastrand)
Wie der alte deutsche Name schon verrät, ist Jurmala das Seebad vor den Toren Rigas. Die langgestreckte Nehrung zwischen dem Fluss Lielupe und der Rigaer Bucht. Im Verwaltungsbereich Jurmala sind die ehemaligen Fischerdörfer wie z.B. Majori, Bulduri oder Lielupe heute als Ortsteile zusammengefasst. Allen gemeinsam ist der über 30km lange Sandstrand. Prägend sind die vielen, oft bildhübschen Holzvillen im Stil der Bäderarchitektur. Den Strand säumen oft große Hotelkomplexe, die ihre Ursprünge in der Sowjetzeit haben, heute aber meist moderne Standards bieten. Jurmala ist per Bahn bestens mit Riga verbunden (Fahrzeit ca. 20-30 Minuten).
Kandava (Kandau)
Kandava ist in Kurland, nur minimal südlich der Achse Riga - Ventspils gelegen. Im Vorbeifahren bleibt verborgen, dass hier ein historisches Ortszentrum zu finden ist. Hierzu muss man aber eine kleine – dafür deftige Steigung (hallo Radfahrer) am Burghügel meistern. Auf dem Burghügel selbst zeugen nur noch Fundamentreste und der sogenannte Pulverturm von der einstigen strategischen Bedeutung Kandavas.
Kuldiga (Goldingen):
Im Herzen Kurlands (Kurzeme) liegt eine der interessantesten Städte Lettlands. Kuldiga liegt an der Rumba, deren Wasserfälle die breitesten Europas sind. Ihre geringe Höhe von nur gut 2 Metern lässt sie aber fast wie Stromschnellen anmuten. Überspannt wird sie dazu von einer der längsten Backsteinbrücken Europas, die direkt in das historische Zentrum Kuldigas führt. Kuldiga bzw. Goldingen gehörte sogar einst zur Hanse. Sehenswert ist im Stadtzentrum die gut erhaltene Bebauung in Holzbauweise. Malerisch liegen viele alte Häuser mit ihren Rückwänden direkt am Bach Aleksupite, der sich bei der alten Wassermühle über 4 Meter zur Rumba hinunterstürzt und somit der höchste Wasserfall Lettlands ist. Kuldiga ist dank seiner zentralen Lage auch ein idealer Ausgangspunkt für Touren in Kurland. Ein echter Geheimtipp!
Liepaja (Libau):
Liepeja ist neben Ventspils und Riga eine der drei großen Hafenstädte Lettlands und liegt am südwestlichsten Zipfel Kurlands. Auch Liepajas Stadtzentrum erlitt schwere Verwundungen im 2. Weltkrieg. Dennoch ist einiges Sehenswertes erhalten. Allen voran die 1758 errichtete Dreifaltigkeitskirche. Ihr größter Schatz ist die riesige Orgel mit über 7000 (!) Pfeifen. Das „Peterhaus“, in dem bereits Zar Peter der Große und bald darauf sein Widersacher im Nordischen Krieg, der schwedische König Karl XII. übernachteten. Eine Besonderheit ist die Garnisonsstadt Karosta, die der russische Zar ab 1890 hier anlegen ließ. Die historischen Komplexe wurden in den 1960iger Jahren durch sowjetische Plattenbauten ergänzt, die heute - halb verfallen - einen desolaten Eindruck machen und von einer überdimensionalen russisch-orthodoxen Kirche überragt werden. Der Strand und der alte Kurpark sind bei Bewohnern und Besuchern beliebt.
Rundale (Ruhetal):
Rundale ist keine Stadt, sondern der Name des berühmtesten Schlosses des Baltikums. 1735 begannen die Bauarbeiten für das prachtvolle Barockschloss mit 138 Räumen auf gut 7000 Quadratmetern. Es war ein Geschenk (!) der Zarin an ihren Günstling, dem Baron Johann von Biron. Verantwortlich war der Petersburger Hofarchitekt Rastrelli. Die Besichtigung der prachtvollen Innenräume und der weitläufigen Parkanlagen ist ein Muss!
Sabile (Zabeln):
Zwischen Kandava und Kuldiga liegt mitten in Kurland das Örtchen Sabile. Bemerkenswert ist hier wieder einmal ein Superlativ: Der nördlichste Weinberg der Welt!
Saldus (Frauenburg):
Aus touristischer Sicht ist Saldus heute nicht besonders sehenswert. Historisch tragisch ist es durch die dramatischen Kampfhandlungen im Oktober 1944. Im sogenannten „Kurländischen Kessel“ kamen auf allen Seiten mehrere hunderttausende Soldaten - vor allem sowjetische - und auch Zivilisten um. Davon zeugt der südlich der Stadt angelegte deutsche Soldatenfriedhof.
Sigulda (Segewold):
Sigulda liegt gut eine knappe Stunde Fahrzeit nördlich von Riga, am Eingang des Gauja-Nationalparks. Im Ort ist die Ruine der Ordensburg sehenswert. Im Winter ist die Stadt für ihre Skisprungschanze und Bobbahn bekannt. Sommergäste kommen vor allem wegen der nahe gelegenen Ruine der Burg Turaida. Die vom Schwertbrüderorden angelegte Burg liegt malerisch im Tal der Gauja. Wer den Burgturm erklimmt, wird mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Auf dem Weg von Sigulda nach Turaida liegt die Gutmannhöhle, um die sich eine tragische Sage aus Liebe und Verrat rangt...“Die Rose von Turaida“
Tuckums (Tuckum)
Unweit von Riga, im Nordwesten Kurlands liegt das Provinzstädtchen Tukums. Im Stadtzentrum liegt der Marktplatz, der von historischen Gebäuden - meist aus dem 18./19.Jahrhundert - umgeben ist. Der Turm am Markplatz ist ein Rest der Ordensburg. Neben der Stadt selbst sind drei Punkte in der unmittelbaren Umgebung sehenswert. Zunächst das Gut Slokenbeka. Das Gutshaus selbst besteht aus einer burgartigen Anlage, die bereits aus dem 15. Jahrhundert stammt. Weiterhin das neugotische Backsteinschloss Jaunmokas, als Jagdresidenz des Rigaer Bürgermeisters 1901 erbaut sowie Schloss Durbe von 1821, ein ehemaliges Gutshaus.
Valmiera (Wolmar)
Wer von Riga über Cesis zur lettisch-estnischen Grenzstadt Valka fährt, kommt durch Valmiera. Durch oft erlittene Zerstörung - das Los vieler verkehrsgünstig gelegener Städte - gibt es im Stadtkern nicht viel zu sehen. Einen Stopp lohnt aber die Simeonskirche und ein Blick vom Kirchturm auf die Umgebung. Direkt neben der Kirche finden sich Reste der im Nordischen Krieg zerstörten Stadtmauer.
Ventspils (Windau)
Die Hafenstadt Ventspils liegt im Nordwesten Kurlands und ist der größte Ölhafen des Baltikums. Mit dem Öl kam Wohlstand in die Stadt und so wurde die Altstadt in den letzten Jahren mit viel Aufwand liebevoll restauriert und lädt zu Erkundungen ein. In der früheren Ordensburg befindet sich heute das Stadtmuseum. Der nahe gelegene Strand ist mit guter Infrastruktur (Duschen, WC’s, Umkleidekabinen) und international geprüfter Wasserqualität ausgezeichnet.









