Geschichtsinteressierte

Ordenburg in Ventspils, Lettland

Ordenburg in Ventspils, Lettland

Deutscher Orden und Schwertbrüderorden, Hanse, Zweiter Weltkrieg, Sowjetherrschaft – es gibt so viele Aspekte der lettischen Geschichte, die das Land für Geschichtsinteressierte sehenswert machen.

All jene Phasen drücken sich zum Beispiel in der Architektur aus. Die Ordensburgen etwa vermitteln mit ihren mächtigen Mauern und Wehrtürmen einen Eindruck von der kampfbetonten Zeit der Ordensritter. Es ist interessant, das Land auf den Spuren des Deutschen Ordens bzw. Schwertbrüderordens zu bereisen. Eine spannende Tour durch die Geschichte! Die berühmtesten Ordensburgen sollten eh auf keiner Rundreise durch Lettland fehlen.

Zur Zeit der Hanse zählten einige der lettischen Städte zu diesem Bund und waren damit wichtige Handelsstädte, allen voran Riga, aber auch Ventspils, Kuldiga, Cesis und Valmiera. Die Blütezeit der Hanse manifestiert sich noch heute vor allem in dem prächtigen Schwarzhäupterhaus in Riga.

Und das traurige Erbe der Sowjetherrschaft ist sichtbar im Stadtbild, aber auch im Brauchtum der Letten: So geht das Sängerfest zwar nicht auf en Kampf der Unabhängigkeit von den Sowjets zurück, sondern hat eine weitaus längere Geschichte, aber die Singende Revolution und die nationale Identität wurden durch die Sowjetherrschaft weiter gestärkt.

Und vielleicht reist der ein oder anderer Besucher ja sogar auf den Spuren der eigenen Familiengeschichte: Viele sogenannte Deutschbalten lebten in Lettland, manch ein Vorfahre kommt vermutlich hierher. Im Zuge der Einwanderung des Schwerbrüderordens kamen viele Deutsche ins Baltikum, vor allem aus Niedersachsen, Westfalen und Schleswig-Holstein. Sie gehörten später vor allem zum Bürgertum und zu den Großgrundbesitzern. Mit dem Ende des 19. Jahrhunderts zogen immer mehr Deutschbalten fort, dies gipfelte in dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939, bei dem die „Rückholung“ der Deutschbalten besiegelt wurde.